Ich bin Mira, Sexualtherapeutin, und begleite Frauen dabei, ihre Lust wiederzufinden.
Lerne mit Elisa den Zusammenhang zwischen Vibrator-Nutzung und Lustlosigkeit in der Paarsexualität.
„Wow, das fühlt sich so gut an, mein Körper fühlt sich so lebendig an.“ Elisa ließ sich auf die Couch fallen und legte den Satisfyer auf ihrem Brustkorb ab. „Das können diese Dinger auf jeden Fall nicht leisten.“
„Nein, ein Vibrator reißt Dich kurz in die Höhe und lässt Dich dann allein zurück“, sagte ich.
Elisa hatte ihre gesamte Toy-Kollektion mitgebracht.
„Okay? Und den führst Du Dir ein?“ Dora hielt einen gigantischen Vibrator in ihrer Hand und betrachtete ihn von allen Seiten.
Wir lachten.
Keine Lust auf Paarsex
Vor wenigen Wochen hatten Elisa und ich einen Abend miteinander verbracht. Wie in alten Zeiten zogen wir durch die Straßen und ließen uns durch die Nacht treiben. Elisa war frustriert. Sie erzählte, dass sie einfach keine Lust mehr auf Sex hatte.
„Oh? Das ist neu.“ Ich war irritiert. Elisa gehört zu den Frauen, die beim Thema Sex und Selbstbefriedigung immer offen und neugierig waren.
„Sex war Dir doch immer so wichtig. Was hat sich verändert, Elisa?“ „Ich weiß es auch nicht.“ Elisa seufzte, sie war sichtlich ratlos.
„Ich komme nur mit Vibrator zum Orgasmus. Und beim Sex gibt es immer wieder Streit.“ Ihre Stimme klang frustriert. Sex war zu einem Pflichtprogramm geworden, auf das die beiden sich nicht mehr einigen konnten.
„Warum baut ihr den Vibrator nicht in eure Paarsexualität ein?“ fragte ich nach. „Eine Weile hat das geklappt, aber er fühlt sich überflüssig, wenn ich den Vibrator erregender finde als unseren Sex.“
„Okay, das ist bitter.“ Wir schauten uns an und mussten lachen.
Partielle Lustlosigkeit
Vor fast 20 Jahren waren wir gemeinsam in einen Frauen-Erotikshop gegangen und hatten uns jeweils unseren ersten Vibrator ausgesucht. Während Elisa damals ihren Himmel der Selbstbefriedigung gefunden hatte, hatte ich meinen nach wenigen Monaten wieder entsorgt. Er erfüllte zwar unermüdlich und zuverlässig seine Dienste, aber irgendwas hatte gefehlt.
Viele Jahre später besprachen wir unsere kontroversen Erfahrungen mit den Toys und mit der Sexualität, die wir bisher erlebt hatten.
Für Elisa waren Vibrationen immer wichtig geblieben, ob in Beziehungen oder als Single.
Ich hatte zwar verschiedene Modelle ausprobiert, war aber immer wieder zu demselben Schluss gekommen. In Sachen Erregung waren Vibratoren extrem effektiv, aber ich konnte diese Erregung einfach nicht wirklich genießen.
„Würdest Du Vibratoren mehr mögen, wenn Du sie beim Paarsex einsetzen würdest? Falls der Sex so nicht gut ist?“ fragte Elisa mich.
„Dauerhaft würde ich bestimmt nach anderen Optionen Ausschau halten.“ antwortete ich ihr.
„Was könnte das sein?“ Elisa wurde neugierig. „Ich bin mir nicht sicher, aber vermutlich würde ich etwas mit Bewegung ausprobieren.“ „Mit Bewegung?“ Elisas Stirn legte sich in Falten.
„Na, wenn man einen Vibrator benutzt, liegt man doch meist ziemlich regungslos da und hält sich das Ding an seine Vulva. Oder bewegst Du Dich bei der Selbstbefriedigung?“ „Nicht wirklich, ich liege dabei eigentlich immer in derselben Pose.“
„Und wie ist es beim Sex?“ fragte ich sie. „Da bin ich schon aktiver, aber das hilft mir da ja auch nicht weiter.“ gab Elisa zurück.
Bewegungsgenuss & Erregungslust
Ich erzählte Elisa von Doras und meinem Vulva-Experiment und wie ich seit dem ich mir meine Vulva in Ruhe angeschaut hatte, auch eine liebevolle Beziehung zu meinem Geschlecht entwickelt hatte.
Elisa lauschte und ich fragte sie, ob wir ihr Thema nutzen wollten, um etwas Neues auszuprobieren. Elisa willigte ein und ich schrieb Dora gleich eine Nachricht.
Der Gedanke war einfach: Was der Vibrator gibt, muss der Körper auch geben können. Nur anders.
Dora war begeistert. Nachdem Vagina-Exploration und Vulva-Experiment ihre Paarsexualität positiv beeinflusst hatten, war sie offen, weiter zu forschen. Wir tauschten ein paar Ideen aus, wie wir dem Rätsel
„Lust durch Vibrator ≠ Paarsexualität“ auf die Spur kommen könnten.
Nur wenige Tage später lud Dora Elisa in unsere Chatgruppe ein, und wir planten einen gemeinsamen Salsatanzabend. Ich schlug vor, den Abend auf meiner Couch ausklingen zu lassen.
Wenn Vibratoren eines können, dann Lust auslösen. Die Frage war, ob Bewegung dasselbe kann – nur mit dem eigenen Körper.
„Und bringt eure Toys mit. Vielleicht müssen wir unsere Erfahrungen nur besser verstehen“, schrieb ich noch in den Chat.
Nachdem wir 90 Minuten unsere Hüften zu Salsa Musik bewegt hatten, lagen wir zu dritt erfüllt auf meiner Couch. Wir betrachteten Elisas und meine Toysammlung. „Diese Dinger können etwas, aber den Körper so zu bewegen – das ist anders und ehrlich gesagt besonders schön“, seufzte Elisa.
Beim Abschied rief Dora: „Wer heute Abend noch Sex hat, gibt Feedback im Chat.“
Dora schrieb am nächsten Morgen: „Wow, Sex nach Salsa fühlt sich super an. 💯 „
Elisa ließ uns mit drei kurzen Emojis wissen, dass Vibrator nach Salsa eine sehr lustvolle Kombination war. 💃🪄💯
Wenige Monate später meldete sich Elisa mit ihrem Partner zu einem Tanzkurs an. Ich denke, das war ein Hinweis, dass unser kleines Projekt auch Erfolg in ihrer Paarsexualität zeigte.
Von Herzen,

P.S. Deine Fragen zum Vibrator
In den FAQ weiter unten erfährst Du mehr darüber, wie Vibratoren unsere Lust formen – und was Du tun kannst, wenn sie zu viel des Guten werden.
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